Wer bei der TARGET WORLD in Landscheid zuerst an Schießsport denkt, liegt zwar nicht falsch – doch inzwischen geht dort noch viel mehr. Ich durfte mir das neue LivEye-Drohnen-Kompetenzzentrum anschauen und einen Blick hinter die Kulissen moderner Sicherheitslösungen werfen. Und eines wurde dabei ziemlich schnell klar: Die größte Sicherheitslücke liegt heute oft nicht am Zaun, sondern darüber.

Unternehmen investieren viel in Zäune, Kameras oder Sicherheitsdienste. Doch was passiert eigentlich im Luftraum über einem Firmengelände? Genau das bleibt häufig unbemerkt. Fliegt dort eine Drohne? Wo kommt sie her? Ist sie harmlos oder späht sie das Gelände aus? Auf diese Fragen gab es bisher oft keine Antworten.

Genau hier setzt LivEye an. Die mobilen Videosicherheitssysteme können jetzt um eine Drohnenerkennung erweitert werden. So wird nicht nur das Gelände überwacht, sondern auch der Luftraum. Erkennt das System eine Drohne, wird sie automatisch erfasst und – soweit technisch möglich – auch ihre Flugrichtung oder sogar der Standort des Piloten erkannt. Werden mehrere Systeme miteinander vernetzt, entsteht ein noch umfassenderes Lagebild.

Besonders spannend fand ich, dass die Informationen nicht einfach auf irgendeinem Bildschirm landen. Die Alarme laufen direkt in der rund um die Uhr besetzten Sicherheitszentrale von LivEye auf, werden dort bewertet und dokumentiert, bevor der Kunde informiert wird. So entsteht aus einer reinen Meldung ein echtes Lagebild, mit dem Unternehmen oder Behörden überhaupt erst Entscheidungen treffen können.

Warum das immer wichtiger wird, liegt auf der Hand: Drohnen sind heute günstig, leicht verfügbar und vielseitig einsetzbar. Sie können für Luftaufnahmen genutzt werden – aber eben auch, um Firmengelände auszuspähen oder sensible Bereiche zu beobachten. Deshalb wird das Thema längst nicht mehr nur für Flughäfen oder Behörden interessant, sondern auch für Industrie, Logistik, Energieversorger oder Betreiber kritischer Infrastruktur.

Ein echtes Highlight war für mich aber der Praxisteil. Ich durfte selbst mit der Benelli M4 AI Drone Guardian, einer halbautomatischen Flinte, auf Tontauben schießen. Die fliegenden Wurfscheiben dienten dabei als Simulation für Drohnen. Ehrlich gesagt sah das einfacher aus, als es ist. Eine kleine, schnelle Scheibe in der Luft zu treffen, verlangt deutlich mehr Konzentration und Timing, als ich erwartet hätte.

Dabei wurde auch klar: Moderne Drohnenabwehr besteht nicht einfach darin, eine Drohne vom Himmel zu holen. Viel wichtiger ist es zunächst, sie überhaupt zu erkennen, ihre Flugbewegung einzuordnen und die Situation richtig zu bewerten. Erst dann können weitere Maßnahmen folgen.

Die TARGET WORLD bietet dafür ideale Bedingungen. Große Außenflächen, moderne Schulungsräume und realistische Trainingsmöglichkeiten machen den Standort perfekt für Vorführungen und Schulungen rund um das Thema Drohnensicherheit.

Mein Fazit: Ich bin mit der Erwartung hingefahren, etwas über neue Technik zu erfahren. Nach Hause gefahren bin ich mit dem Gefühl, dass dieses Thema uns in den nächsten Jahren noch deutlich häufiger begegnen wird. Es war spannend zu sehen, wie innovative Sicherheitslösungen direkt hier in der Eifel entwickelt und präsentiert werden – und noch spannender, sie selbst einmal ausprobieren zu dürfen.

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