Die erste JENGTENG-Karte der Eifel 🙂 … glaub ich….

Was ist das JENGTENG?

Die Idee hinter der JENGTENG-Karte ist, sichtbar zu machen, wo in der Eifel noch so gesprochen wird, wie ich es von zuhause kenne, also wo ich herkomme: Bleialf – also zum Beispiel mit Sätzen und Wörtern wie „da hann ich jet jesiehn“, „lo jeng“ oder „da jit et jet, da john ma hina“.

Wie genau der Name JENGTENG für diese Gegend rund um Prüm entstanden ist, kann ich bisher nicht sicher sagen. Meine Vermutung ist, dass er aus der örtlichen Mundart und ihrer Aussprache hervorgegangen sein könnte. Falls jemand dazu alte Belege, Karten, Bücher oder Überlieferungen kennt: immer her damit! 🙂

Spannend ist nämlich, dass sich die Eifel sprachlich keineswegs über einen Kamm scheren lässt. Die Mundarten der südlichen Eifel gehören überwiegend zum Moselfränkischen, während nördlich der sogenannten „Eifelschranke“ ripuarische Mundarten gesprochen werden. Und selbst innerhalb dieser Gebiete können sich Aussprache und Wortschatz schon von Dorf zu Dorf unterscheiden. Das LVR beschreibt beispielsweise für die Eifel unterschiedliche Formen selbst bei ganz alltäglichen Wörtern wie „ziehen“ oder „Kartoffeln“.

Ein schönes Beispiel dafür ist der Islek. Damit wird heute vor allem die Landschaft in der westlichen Eifel rund um Arzfeld sowie das angrenzende Gebiet Richtung Luxemburg und Belgien bezeichnet. In Luxemburg heißt dieselbe bzw. anschließende Landschaft Éislek/Ösling, in den belgischen Ostkantonen findet sich auch Eslek. Der Naturpark Südeifel beschreibt den Islek als Hochflächenlandschaft, die unter anderem von Our, Irsen, Enz und Prüm tief eingeschnitten wird.

Interessant ist auch die Geschichte des Namens: Nach Angaben der Tourist-Information Arzfeld wurde die Landschaft früher als Ösling bezeichnet; nach der politischen Neuordnung von 1815 habe sich für den preußisch gewordenen Teil zunehmend die Bezeichnung Islek eingebürgert. Bei der noch älteren sprachlichen Herkunft sollte man allerdings vorsichtig sein – dazu finden sich unterschiedliche Erklärungsansätze.

Und dann gibt es noch den Bekov. Dass dieser Name tatsächlich als regionale Bezeichnung gebraucht wurde, ist zumindest schriftlich belegt: In einer Veröffentlichung über alte Rufnamen der Eifel wird ausdrücklich vom „Prümer Land und dem Islek, erweitert um Ausgriffe auf den Bekov“ gesprochen. Wo genau seine sprachlichen und landschaftlichen Grenzen verlaufen und woher der Name stammt, würde ich aber ebenfalls lieber gemeinsam mit Ortskundigen zusammentragen, statt hier etwas als gesichert darzustellen.

Genau darum geht es bei dieser Karte: nicht eine offizielle Grenze festzulegen, sondern gemeinsam herauszufinden, wo diese Mundart beziehungsweise eng verwandte Formen gesprochen wurden oder noch gesprochen werden. Dialektgrenzen sind selten scharfe Linien auf einer Landkarte. Vielmehr verändern sich Aussprache, Wörter und Redewendungen oft Stück für Stück von Ort zu Ort.

Schreibt mir also gerne, wenn euer Ort auf der Karte fehlt. Besonders interessant wäre auch, wenn ihr dazuschreibt, wie man bei euch bestimmte Sätze sagt – zum Beispiel:

„Da habe ich etwas gesehen.“
„Da gibt es etwas.“
„Da gehen wir hin.“
„Wo gehst du hin?“

So entsteht nach und nach vielleicht nicht nur die erste JENGTENG-Karte 🙂

Hier seht ihr den aktuellen Stand der Orte, die mir als „JENGTENG-Sprachraum“ von dort Wohnenden bestätigt wurden. Na ob das denn so auch stimmt?

https://www.google.com/maps/d/u/0/edit?mid=1Gt-uaF6iHjcXeCCNF4A2zHoLNxHg4Rk&ll=50.154705634023145%2C6.335251312915333&z=12

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